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Nachlese: Was ist ein Buch?
Jost Hochulis Definition stammt allen traditionalistischen und souveränem Anschein zum Trotz aus dem erst recht jüngst erschienenen Bändchen Bücher machen. Eine Einführung in die Buchgestaltung , im besonderen in die Buchtypografie (erschienen 1990 im Dt. Kunstverlag, München / Berlin) und ist gleichsam kraftvoll wie handwerlich selbstbewußt. Hochulis Empfehlung an die Buchgestalter lautet schlicht, sich an die Definition des Buchbinders zu halten, die da ist
»Ein Buch besteht aus einem Buchblock, der mit einem Vorsatzpapier in einer separat hergestellten Einbanddecke befestigt (eingehängt) wird, gleichgültig, ob die gefalzten lagen des Buchblocks leer oder bedruckt sind und ob der Block geleimt oder fadengeheftet ist.«
»In allen anderen Fällen der Kodexform«, so führt er weiter aus, spräche man unabhängig vom Umfang »von einer Broschur.«
Tja, mein liebes eBook, nun bist doch nur eine eBroschur oder ein e-paperback. Die Otabinds und Wire-O, alles »nur« Broschuren? Selbst der Blindband ist mehr Buch als die aus England, der Schweiz oder aus Frankreich kommende Broschur. Wär hätte das gedacht?
Doch Hochuli schließt versöhnlich: »Wenn […] im Zusammenhang mit Typografischem einfachheitshalber vom Buch gesprochen wird, so ist damit auch die Broschur gemeint.«
Da haben wir Büchermacher, Buchgestalter, Buchdrucker und Buchbinder aber mal wieder richtig Glück gehabt. Sonst träfen wir uns nächstes Jahr alle zur Broschurmesse?
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