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Bücher ade?
Das gute alte Buch. Hat es nun endlich ausgedient? Ab- statt Weihnachtsgesang, so tönt es allerorten. Zuerst die Kindl-Hysterie. Der x-te Versuch, ein ebook auf dem Markt zu werfen, soll nun endlich gelingen, so die verhaltenen Kritiker. Schließlich sei es diesmal kein Elektonikkonzern, sondern eine Buchhandlung, die den Versuch unternähme. Und tatsächlich: Ratz-Fatz ist das Ding ausverkauft (399 Dollar). Und das lange bevor es Gelegenheit gehabt hätte, auf dem europäischen Markt zu reüssieren oder zu floppen.
Dann der nächste Schreck: Wir lesen über »Bücher in virtuellen Welten«. Nun finden schon die ersten Fachkonferenzen der Verleger im Second life statt. Womöglich auf der Weltbildinsel? Wenn da mal nichts wankt. Rekordverdächtig nur die riesige Tag-Cloud des Veranstalters der Fachkonferenz, des Münchner Kreises.
Schließlich hatte das Börsenblatt vor ein paar Tagen berichtet, der britische Verlag Picador plane ab 2008, bei 80 Prozent seiner Neuerscheinung auf die Hardcoverversion zu verzichten und die Bücher gleich als Taschenbuch herauszugeben. Dass eine Broschure kein Buch ist, darüber belehrte uns ja schon Jost Hochuli. Aber nun können wir die Reaktionen deutscher Verleger auf diesen vernichtenden Vorstoß verfolgen. Es läge an der fehlenden Preisbindung, dass die englischen Verlage in den Pocketbook-Bereich aktiv würden. »Solche Verhältnisse sind dem deutsprachigen Buchmarkt fremd.« Das bestätigt auch Georg Reuchlein, der die Renaissance des bibliophilen Hardcovers feiert, doch da sind die Stimmen, die zugeben, dass mit der Broschur »war und ist immer wieder erfolgreich« gewesen, oder es ginge um »höchstens einzelne Titel aus dem Programm als Paperback, um diese für eine jüngere Zielgruppe preisgünstiger anzubieten.«
[Börsenblatt - 28.11.2007]
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