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Wie werben Druckereien? Folge 2
These 2: Druckereien können alles!?
Hatte ich mich im letzten Beitrag noch über mangelnde Informationen, unzureichende Muster, unpersönliche Ansprache moniert, präsentiere ich diesmal ein Fundstück, in dem von allem reichlich, ja, zuviel zu finden ist. Es handelt sich um ein Mailing einer größeren Offset- und Digitaldruckerei, die zugegebenermaßen sehr breit aufgestellt ist, mithin sowohl im mehrfarbigem Digitaldruck und Offset ein guter und zuverlässiger Partner ist. Selbst im Finishing und der Weiterverarbeitung greift diese Druckerei auf einen beachtlichen Maschinenpark zu. Bestimmt war die Zusammentragmaschine mit 20 Stationen dabei, als mein 13-teiliges Mailing konfektioniert wurde.
Außer B4 Kuvert, personalisiertem und handsigniertem Anschreiben umfasst das Mailing:
- Zunächst eine Mappe, die das ganz nicht nur zusammenhält, sondern als Multitool Umrechnungsformeln, Formate und Lineal bereithält. Sechsfarbig bedruckt, gestanzt, veredelt, partiell lackiert. Hier demonstriert die Druckerei inhaltliche Kompetenz und handwerkliches Geschick.
- Informationsbroschüre: Richtlinien für die Datenübernahme (8+4)
- Informationsbroschüre: Digitaldruck (16+4)
- Flyer: Technische Ausstattung (4-Seiter)
- Urkunde: TÜV-Zertifizierung
- Urkunde: PSO-Zertifizierung
- Urkunde: Goldmedaille Kalenderschau
- Sonderdruck: Newsline (4-Seiter)
- Sonderdruck: Sparkassenzeitschrift (4-Seiter)
- Sonderdruck: Value (4-Seiter)
- Sonderdruck: Publishing-Praxis (6-Seiter)
Das sind Summarum 60 Seiten oder 360 Gramm oder einfach sehr sehr viel Information. Ich unterstelle, dass kaum ein Adressat sich so intensiv mit den Unterlagen auseinandergesetzt hat, wie ich es in Vorbereitung dieses Artikels tat. Ein Anruf hätte mir und dem werbenden Unternehmen viel Lektüre erspart und schneller zur Zusammenarbeit geführt. Ich erhalte weder einen klaren kaleidoskopischen Einblick in das Leistungssprektrum der Druckerei, noch erschliessen sich mir die großen und starken Kernkompetenzen.
Hier gilt ganz klar: Weniger wäre mehr gewesen. Persönlicher wäre besser gewesen. Nichtsdestotrotz ist es besser, so zu werben, als gar nicht zu werben. Aber die genaue Kenntnis der Zielgruppe sparte Geld und in diesem Fall auch Porto!

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