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Nachlese: Verlagshersteller

Der Verlagshersteller: Kaum ein Berufsbild hat sich dergestalt gewandelt. War Gutenberg noch Drucker und Verleger in Personalunion, sind Hersteller heute oft Einkäufer oder Prozessoptimierer. War früher der Hersteller Mitglied der Geschäftsleitung und für die kaufmännischen  Geschicke des Verlages verantwortlich, ist seine Arbeit heute zu einem Kostenfaktor in der Deckungsbeitragsplanung degradiert. Trotzdem kann seine neue Rolle die des Innovationsmotors im Verlage sein: Redaktionssystem, Web-to-Print, die zukünftige Distribution der Inhalte ist ohne einen modernen Hersteller und seine Leidenschaft für die Inhalte und Produkte nur schwer vorstellbar. Leidenschaft für die Sache, aber auch die anderen Weber’schen Tugenden, die Verantwortung und das Augenmaß mögen damals wie heute diesen Berufsstand prägen:

Bücher herzustellen, das sei doch das Schönste am Verleger-Beruf. Dass man sie auch verkaufen müsse, sei eine leidige Sache. Die Verleger, die die Herstellung nicht in der Hand behalten könnten, seien bedauernswert. So solle der Hersteller immer wissen, dass er innerhalb des Verlagsbetriebes die schönste Funktion ausüben darf.

Die Technik solle er sich nicht über den Kopf wachsen lassen. Wichtiger als alle technische Beschleunigung und Vervollkommnung sei es jedoch, dass der Hersteller ein lebendiges Gefühl für seine Bücher habe. Er solle sein Leben lang ein Dilettant, d.h. ein Liebhaber bleiben, und das zu verwirklichen suchen, was ihm gefiele. Er könne sicher sein, dass sich dann genug andere finden, die Spaß daran hätten!

So sprach Dr. Ernst Heimeran 1951 im Schlußwort anlässlich der 1. Tutzinger Arbeitstagung der Herstellungsleiter 1951.


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