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Über Glaubwürdigkeit von Print und Studien
Kennen Sie die Studien der Vegetarier, die belegen, dass Fleischkonsum Gicht verursacht? Oder die der Karnivoren, denen zu Folge Verzicht auf tierisches Eiweiß zu Unterversorgung wichtiger Organe führe? Ich auch nicht, will ich gestehen, und doch haben mir die zwei Semester induktive und deduktive Statistik, die ich absolvierte, zumindest eine gesunde Skepsis gegenüber Studien und Statistiken vermittelt. Und so ist auch meine Lesart der soeben veröffentlichten Studie der Hochschule der Medien in Stuttgart (HdM) und der Print Media Academy (PMA) der Heidelberger Druckmaschinen AG: schlicht kritisch bis skeptisch. Freilich, der Kernaussage, das »Medium Print verfüg[e] über eine hohe Glaubwürdigkeit im Medienmix« will sich jeder Buchmensch innigst anschließen. Und das nicht nur aus Herzenswunsch, sondern auch mit voller Überzeugung:
Demnach behalten gedruckte Medien im Vergleich zu Web 2.0 und TV eine hohe Glaubwürdigkeit und Nachhaltigkeit. Print punktet durch die intensive Nutzung gerade kaufkräftiger Zielgruppen. Druckmedien stehen für anspruchsvolle Informationsaufbereitung sowie für eine entschleunigte und nachhaltige Medienrezeption, die eine hohe Werbewirkung induziert.
Wie die Projektstudie zeigt, werden gedruckte Botschaften im Vergleich zu elektronischen Medien positiver erinnert. Print erweist sich als das einprägsamere Medium, das Werbebotschaften längerfristig bei den Konsumenten verankert.
Die Ergebnisse belegten, dass Druckmedien unaufdringlich seien. Der Werbekontakt nicht als störend empfunden würde, vielmehr bewusst zugelassen. Sonderbar? Habe ich doch eben erst den Briefkasteninhalt nahezu vollständig in den Papierkorb entleert.
Ich bleibe skeptisch! Sei es z.B. der Medienmix, innerhalb dessen der Studie zufolge, Print eine hohe Glaubwürdigkeit und eine zielgruppengenaue Ansprache erreiche: Alles scheint mir arg geschönt. Hatte nicht eben Edelman Senior Vice President Steve Rubel auf der Next08 als die wichtige Aufgabe der Zukunft proklamiert, man müsse »dort präsent […] sein, wo sich die Nutzer bereits aufhalten«? Das hat mit Ansprache nichts mehr zu tun. Broadcasting war gestern.
Eines will ich jedoch unterstreichen: In der Studie ist zu lesen, es würde deutlich, »wie Print im Medienmix mit TV und Internet höchste Werbewirkung erzielen kann«. Das muss allerdings von zwei Kriterien begleitet werden:
- Verlage und Medienhäuser müssen Content qualifizieren. Wie sollten sonst die Nutzer in den Unmengen an Content zwischen minderer und hoher Qualität unterscheiden können.
- Und wegen der hohen Menge der Informationen (die auch kontinuierlich wächst) müssen Informationen verständlich und kompakt aufbereitet werden.
Hier, und das ist die Stärke der Verlage gegenüber anderen inhaltsstiftenden Einrichtungen, kann nur die Erfahrung im Umgang mit Content, der Gliederung und Strukturierung von Inhalten und der sprachlichen Aufbereitung der Botschaften dem Nutzer zum Vorteil gereichen.
»Verkauft Ihr noch Anzeigenmärkte oder schon Zielgruppenzugänge«, so ein Kennzeichen des Verlages 3.0 [Heinold, Spiller & Partner]. Und so können wir über die Qualität der Inhalte, den Nutzen, den Content print wie online den Lesern, den Nutzern stiftet, und schließlich die begleitenden Affiliates (die auch Nutzen stiften können müssen) den Bogen zur Werbung, besser noch: zum Productplacement schließen. Das wäre für mich ein rundes und glaubwürdigen Fazit gewesen.
Die Studie »Die Stärken von Print in der Marken- und Unternehmenskommunikation« ist im Übrigen über folgende Adressen / Kanäle zu beziehen
Print Media Academy (Heidelberg), Tel.: 06221/924929, Internet www.print-media-academy.com, Mail pma-info@heidelberg.com
Hochschule der Medien Stuttgart (HdM), Internet www.hdm-stuttgart.de
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