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Drupa: Ist Print noch als Marke positioniert? 3 Fragen an Albrecht Bolza-Schünemann
Nachfolgend ist ein Interview zwischen Joachim Thommes (Horizont) und Albrecht Bolza-Schünemann, Präsident der Drupa 2008, wiedergegeben. Mir will die Fragestellung gefallen, denn mein Eindruck von der Drupa war, dass
- Verlage schnell reagieren müssen, um ihre Marktsträrke und Markenmacht auch in den online-Markt zu übertragen, bevor dort andere Contentlieferanten an Bedeutung und Zielgruppenrelevanz gewinnen,
- die beiden großen Innovationen einmal Ökonomie, meist im Sinne von mehr Effizienz (dank Implementierung von Content Management und Workflow Systemen und der damit möglichen Vorhaltung und Distribution medienneutraler Inhalte) und Ökonomie, also Umweltbewusstsein, aber auch Nachhaltigkeit im Produktionsprozess, oder sogar im Bezug auf alle Ebenen des Unternehmens (z.B. Nachhaltigkeit im Bereich der Human Relations) sind, und schließlich
- viele Lösungen im engen partnerschaftlichen Dialog zwischen kreativen Medienhäusern und technischen Medienproduzenten, Verlagen und Grafischer Industrie liegen oder zumindest zu erarbeiten sind. Diese Partnerschaften dauern seit über 500 Jahren. Und das erfolgreich.
Hier das Interview:
Print macht Marken, heißt es. Aber wie weit ist die Branche damit, Print selbst als Marke zu positionieren?
Die Printmedien sind Informationsmedium und Werbeträger Nummer 1. Über Berichte und Anzeigen in Zeitungen und Zeitschriften werden Marken gestärkt – und gelegentlich auch geschwächt. Print tut sich aber schwer, eigene Stärken wie Glaubwürdigkeit und Nachhaltigkeit als Markenzeichen zu positionieren. Sogar führende Repräsentanten der Branche, die ihr Geld vor allem mit Gedrucktem verdienen, sehen zuweilen die Zukunft nur online. Eigentlich schizophren. Ein Problem liegt auch in der bei Verlegern oft kritischen Einstellung zur Eigenwerbung.
Welche technologischen Innovationen, die auf der Drupa präsentiert werden, sind für Marketer besonders interessant?Dazu gehören sicherlich neue Verfahren und Materialien für die Druckveredelung, die Online-Abwicklung von Druckaufträgen mittels Web-to-Print sowie der Digitaldruck für individualisierte Mailings und die Außenwerbung. Angesichts der zunehmenden Umweltorientierung vieler Markenartikler wird auch der Ökodruck auf Interesse stoßen.
Mit dem Drupacube sollen vor allem die Printbuyer angesprochen werden. Welche Erwartungen verknüpfen Sie mit dieser Innovation?Kreative und Printbuyer interessieren sich für erfolgversprechende Marketingstrategien in unserer gesättigten Konsumgesellschaft, weniger für die erforderlichen technischen Werkzeuge. Der Drupacube soll den Dialog zwischen ihnen und den Druckern fördern und helfen, die Möglichkeiten von Print schneller in der Praxis umzusetzen.
[Quelle: Joachim Thommes (Horizont) im Interview mit Albrecht Bolza-Schünemann, Präsident der Drupa 2008]






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