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Medienkrise US: Zeitungen fallen hinter Internet zurück. Alarmierende Signale für europäische Medien?

Nach einem Bericht der »State of the News Media« informierten sich 2008 erstmals mehr Amerikaner via Internet als durch Zeitungen. Zeitungsnachrichten seien zwar wichtig und blieben begehrt, allerdings werde dafür immer weniger bezahlt.

Washington (dpa) – Der Jahresbericht zur Lage der US-Medien 2008 sei der »düsterste bisher«. 2009 werde für die US-Zeitungsbranche aber durch die dramatischen Wirtschaftskrise zum vermutlich noch schlimmeren Jahr.  Auch Zeitschriften, Radio und die lokalen Fernsehsender in den USA mussten Einbußen hinnehmen. Als Gewinner können sich neben dem Internet-Anbietern lediglich Nachrichtensender fühlen.

Verlage hatten versucht, im Web die Verluste aufzufangen, aber das, was die Zeitungen wegen sinkender Auflagen und des rückläufigen Anzeigengeschäftes erlebten, sei nicht zu kompensieren. Kein Verlag habe ein Konzept gefunden, die Zeitungskrise zu meistern. Man praktiziere »Geschäftsmodell des vergangenen Jahrhunderts«. Mit traditioneller Werbung seien die Kosten für Qualitätsjournalismus nicht mehr zu deckeln. Den Verlagen bliebe »immer weniger Zeit, … ein neues Geschäftsmodell zu entwickeln und die finanzielle Zukunft zu sichern« so die Quelle. Im vergangenen Jahr habe sich die Zahl der Amerikaner, die sich im Web auf den 50 wichtigsten Nachrichtenseiten informierten, um ein Viertel erhöht. Allerdings seien auch die Erlöse im Web kaum gestiegen.

Die Auflagen der US-Zeitungen waren 2008 um fast 5 Prozent gesunken, die Gewinne der Zeitungshäuser sogar um 14 Prozent. Die Prognosen sind düster: Bis Ende 2009 werde jeder vierte Arbeitsplatz in den Zeitungsredaktionen verloren gegangen wird (im Vergleich zu 2001) . Allein 2008 seien die Zahl der Arbeitsplätze um etwa 5 000, das sind ca. 10 Prozent, gesunken. Bei der ganzen Zahlenschau sei allerdings zu berücksichtigen, dass das Nachrichtengeschäft von dem spektakulären Wahljahr 2008 auch noch profitiert haben muss. Sonst sähe das wohl noch viel drastischer aus. Und dass es sich dabei nicht nur um Signale aus Übersee handelt, ist leider offensichtlich. Längst ist die Medienkrise in Europa angekommen.

[Quelle im Volltext:  newsroom.de]


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