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Konjunkturelle Lage der Druckindustrie im Dezember 2009 - »Die Realität sieht anders aus«
Das monatliche Konjunkturtelegramm des Bundesverbandes Druck und Medien beurteilt die aktuelle konjunkturelle Lage der Deutschen Druckindustrie, bewertet das Geschäftsklima als Indikator für die Entwicklung des nächste Quartals und gibt schließlich einen Ausblick auf die Geschäftserwartungen des nächsten halben Jahres.
Die Zahlen im Dezember 2009 legen nahe, dass es schon wieder bergauf ginge. Mich erinnert das an die irreführenden Prognosen der Metereologen, wenn Sie von gefühlter Kälte und tatsächlicher Temperatur sprechen. So mag das gefühlte Klima hier für Aufbruchstimmung sorgen (was die Branche nur zu gut benötigt), allerdings bleibt zu befüchten, dass hier das Heil im angestammten (und abgekühlten) Geschäft gesucht und nicht durch differenzierte und an den Bedürfnissen des Marktes ausgerichtete (heiße!) Angebote untermauert wird.
Dazu kommt, dass das deutsche Steuerrecht (Abschreibungen sei dank) auch die buchwerten Zahlen schönt, wenn z.B. 2009 eine neue Maschine angeschafft (als Anlagevermögen über Jahre abzuschreiben) wurde, und dagegen eine bereits abgeschriebene Maschine verkauft wird, deren Erlöse das Geschäftsjahr noch buchwert frisieren.
Kurzum: Wir können die gefühlt gute Stimmung nicht ganz teilen und blicken gespannt ob der kommenden Entwicklungen. Wir halten es wie Bernhard Schreier, Vorsitzender Vorsitzender des Vorstandes, Heidelberger Druckmaschinen AG: »Gerne würde ich erklären, dass die Druckindustrie die Krise hinter sich hat, der Markt sich wieder erholt und alles wird wie es früher einmal war. Leider sieht die Realität heute anders aus« [im Interview mit Bernhard Niemela vom Deutschen Drucker]. Mit mehr Konjunktivismen können wir den Trend gar nicht besetzen, da wir davon ausgehen müssen, dass hier aber auch allgemeine saisonalen Einflußfaktoren zum tragen kommen und eine echte Entspannung noch lange nicht in Sicht ist. Nachfolgend geben wir den Volltext aus der Pressemeldung des bvdm wieder:
Dezember 2009
Die Beurteilungen zur aktuellen Geschäftslage haben einen deutlichen Aufwärtssprung um 21 Prozentpunkte auf –14% gemacht. Im Dezember 2008 war der Wert mit –11% geringfügig besser. Gründe sind die deutliche Verbesserung der Einschätzungen zu den Produktions- und Nachfrageentwicklungen im Vormonat. Auch die Beurteilung der Auftragsbestände ist um 12 Prozentpunkte auf nunmehr –35% wieder besser geworden. Ungefähr 36% der befragten Druckereien sind nach den Ergebnissen des ifo-Konjunkturtests im Auslandsgeschäft tätig. Ihre Beurteilung der Auslandsaufträge hat sich leicht um 3 Prozentpunkte auf –22% verbessert.Im nächsten Quartal
Das Geschäftsklima wird als Mittelwert aus aktueller Geschäftslage und den Geschäftserwartungen für die nächsten sechs Monate berechnet. Es dient als Indikator für die Entwicklung im nächsten Quartal. Der Geschäftsklimawert ist gegenüber dem Vormonat um 6 Prozentpunkte auf –14% verbessert. Die Erwartungen für das Auslandsgeschäft sind von 0% um 4 Prozentpunkte gesunken. Im gleichen Vorjahresmonat lagen sie bei –6%.Im nächsten Halbjahr
Die Geschäftserwartungen für das nächste halbe Jahr sind wieder um 9 Prozentpunkte auf –13% gesunken. Im gleichen Vorjahresmonat lagen sie allerdings bei –49%. 13% der Unternehmer erwarten eine verbesserte, 26% eine verschlechterte Geschäftslage, 61% erwarten keine Änderungen. (bvdm)
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