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Welche Bedeutung hat die Pflege der »Marke ICH«?

Die Frage richtet sind nicht nur an Promis! Diese Frage müssen wir uns, sofern wir wissenschaftlich forschen, öffentlich arbeiten, in vorderster Vertriebslinie stehen, Präsenz brauchen, schon lange stellen.

»Wie Sie an Profil gewinnen« oder »Machen Sie mehr aus sich«, so oder so ähnlich lauten die marktschreierischen Titel altvorderer Reklameliteratur, die seit Jahrzehnten in etwa wie folgt empfiehlt:

  • Finden Sie Ihr einmaliges Profil
  • Halten Sie Vorträge vor einem Fachpublikum
  • Nehmen Sie an den Branchen- und Fachevents teil
  • Veröffentlichen und verbreiten Sie Ihr Wissen durch Vorträge und Publikationen
  • Werden Sie aktives Mitglied in den relevanten Gremien und Verbänden

Und, es hilft! Präsenz in den Medien, Sichtbarkeit im Zielmarkt, Bereitschaft, Wissen zu teilen, all das multipliziert den Bekanntheitsgrad, und erhöht den Marktwert. In der Branche und auch im Arbeitsmarkt (ja, sogar für den eigenen Arbeitgeber). Seit web 2.0 und blogosphere hat sich an den Inhalten nichts Wesentliches geändert, nur sind zahlreiche Kanäle dazugekommen. Und so wie die Vermarktungsmöglichkeiten der eigenen Person an Geschwindigkeit zugenommen haben, hat die Reputation der eigenen Marke an Stabilität eingebüßt. Wir sind transparenter, länger sichtbar, deshalb auch angreifbarer.

Das Thema ist wieder in aller Munde oder in aller Blogs. Das Blog zum Buch »Die Marke Ich« mag zwar seit einem halben Jahr verstummen, unter dem neuen Schlagwort Reputationsmanagement finden sich jedoch zahlreiche Ansätze, die neue Profilierung der Marke Mensch zu erklären, zu unterstützen, zu aggregieren [neu-webbisch für: temporeich und anziehend zusammenführen]. Es geht um die Pflege des Ansehens einer Person, seines Images.

Nach Hans-Georg Backhaus wird in der Marketingtheorie Reputation als die Summe von Einzelerwartungen und -erfahrungen über Vertrauenswürdigkeit und Kompetenz eines Anbieters bezeichnet. So mag es ein Zufall sein, dass ich heute im Café Backspielhaus von Klaus Eck zum Thema Reputation im Social Web interviewt wurde. Auf der von ihm und Kollegen betriebenen und recht frisch gelaunchten Site Imagecapital. The Reputation Network zitieren sie den Personal-Branding-Experten Dan Schawbel: »Der erste Schritt zum Aufbau Ihres Images ist zu erkennen, dass Sie bereits eines haben.«

Das können wir alle mit Ego-Googlen verifizieren. Ich stoße bei Eingabe meines Namens auf bald 300 Treffer, und wenn ich das mit Middle-Initial eingrenze, sind’s immer noch 233. Darunter Rezensionen aus dem Jahre 1996, meine Schullaufbahn, viele XING-Aktivitäten, Bilder vom Bloggertreffen und dem Oktoberfest.

Schnell lege ich auf Myon-ID einen Account an, um wieder Herr über meine Webreputationsvergangenheit zu werden, und sehe, da steckt noch viel Arbeit drin, aber in Verbindung mit den »alten« Anstrengungen zur Profilierung der Marke Johannes F. Woll auch viel Musik. Ich lass es rauschen …

Weitere interessante Blogs / Links zum Thema Reputation könnten sein:

 [Disclaimer: Klaus Eck und ich beraten gemeinsam den Verlag C.H. Beck in der Online-Kommunikation.]


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