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Zukunft Buch: Interview mit buch-pr.de

Eben erschien ein Interview, das Yvonne de Andrés von YDEA ~~ consulting im Auftrag des buch-pr.de mit mir zum Thema »Tag des Buches« und Drupa 2008 geführt hatte. Hier im Auszug. Das vollständige Interview steht bei buch-pr.de

buch-pr: Welche Rolle haben Verlage für die drupa 2008 gespielt?

Johannes F. Woll: Ich war fast bestürzt, so wenige Bücher auf der Messe zu sehen, und festzustellen, wie unterrepräsentiert die Verlage dort sind. In vielen der 17 Hallen finden wir Buchfertigungsstraßen, aber kaum Bücher. Nur bei den Digitaldruckern stieß ich über buchähnliche Produkte. Und dann gab es eine kleine Ausstellung im drupacube. Die kunstvollen Produkte dort leider hinter Glas und nicht zum Anfassen. Man merkt schon, dass sich Aussteller an die Drucker und Buchbinder und nicht deren Kunden, die Verlage, insbesondere die Hersteller und Marketer wendet.

buch-pr: Was bedeutet drupacube? Was wurde da genau angeboten?

Johannes F. Woll: Eben dieses Dilemma soll der drupacube kompensieren. Er wendete sich mit speziellen Symposien an die Printbuyer, also die Einkäufer, sprich: Hersteller, Produktioner, Gestalter, Marketer. An jedem Wochentag wurden in Kooperation mit namhaften Veranstaltern wie dem EHI, dem Kommunikationsverband, dem BDZV oder der Akademie des Deutschen Buchhandels Symposien durchgeführt. Parallel fand besagte Kunstausstellung statt, oder auch spezielle Themenslots wie GreenIT. Für mich ein Ort der Begegnung zwischen Verlagen, den Medienschaffenden und Graphischer Industrie, den Medienproduzierenden, und das in einer stylischen und doch urgemütlichen Lounge, einer Oase der Ruhe im Messetrubel.

buch-pr: Zum ersten Mal gab es den „Tag des Buches“ auf der drupa 2008? Was war die Intention?

Johannes F. Woll: Nun, alle großen Disziplinen von Zeitschrift bis zur Verpackung hatten ihren Raum. Klar, dass da das Buch nicht fehlen durfte. Dazu kommt, dass sich Verlage als herstellender Buchhandel definieren. Bis ca. Mitte / Ende des vergangenen Jahrhunderts kam dem Hersteller im Buchverlag eine Schlüsselrolle zu: Er wusste um die technischen Möglichkeiten, Inhalte zu vervielfältigen. Oftmals besetzte sogar der Verleger diese Position selber oder der Herstellungsleiter war zumindest Mitglied der Geschäftsleitung. Heute entwickeln die Marketer das Programm. Im Zuge der aktuellen Marktentwicklungen und des veränderten Nutzerverhaltens sind aber wieder technische Lösungen gefragt, denken wir zum Beispiel an die Aufbereitung medienneutraler Inhalte oder die Bereitstellung von web 2.0-Anwendungen. Und hier ist die grafische Industrie probater Technik-Partner der Verlage, insbesondere der Hersteller.

buch-pr: Wie kam es dazu, dass Sie diese Veranstaltung initiiert und moderiert haben?

Johannes F. Woll: Ich moderiere die Gruppe Print & Produktion, für die die drupa die Messe schlechthin ist und für die ich eine Party im drupacube organisieren wollte. Mein Ansprechpartner bei der Messe Düsseldorf, Herr Ralph Scholz, der Projektleiter des drupacubes ist zugleich Chefredakteur der versio!, einem Magazin für Printbuyer mit einem hervorragenden Zugang zu allen Themen und Verbänden, die mir Druck und Produktion befasst sind.
Mit fiel nur auf, dass in dem angebotenen Tagungsprogramm das Buch völlig fehlte. Stellen Sie sich vor, selbst das Thema Large Format Printing, das sind z. B. Großdigitaldrucke für Fassaden, war aufgegriffen worden. Für mich lag nahe, das Thema nicht nur nach Düsseldorf tragen, sondern auch besetzen zu wollen. Und mit der Akademie des Deutschen Buchhandels, die ich sofort dafür gewinnen konnte, hatten wir den idealen Partner und Veranstalter gefunden. Die Akademie hat im Übrigen dann auch den Tag der Zeitschrift dort veranstaltet.



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