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Brave new world? Google kauft Papierfabrik!

Ist die Welt wieder in die Fugen geraten? Ist das die späte Einsicht eines Internetkonzerns, dass Papier doch viel geduldiger ist, als es Chips, Festplatte, Serverbatterien oder Magnetbänder je waren und sind? Eben berichtet das Handelsblatt, Google habe von einem der größten Papierkonzerne der Welt, Stora Enso, eine Papierfabrik im finnischen Hamina erworben.

»Kehrt Google dem digitalen Zeitalter den Rücken und will künftig nur noch Flugblätter verteilen?« fragte das Handelsblatt und die Antwort kam prompt: »Nein«, sagt Petri Kokko, Finnland-Chef des Suchmotoren-Marktführers und klärt auf: »Es solle dort ein neues Daten-Zentrum entstehen.« Aber warum Finnland, fragen wir uns, und dann noch ein Invest von 40 Mio. Euro für das 160 Hektar große Firmengelände?

Das Handelsblatt erläutert, es ginge Google einmal um die Nähe zu Russland: Nach St. Petersburg seien es gerade 240 km. Und dort leben 7 Mio. potentielle Surfer. Zum anderen stellt die Ostsee hinreichend Kühlwasser für heißgelaufene Drähte zur Verfügung. Nicht nur in der Papierproduktion ist Wasser ein kostbares Element.

Den traditionellen Papierhersteller, Büchermachern oder den Haptikern unter uns mag diese Nachricht jedoch nur Hohn spotten: Nicht genug, dass das Internet immer stärker das Papier substituiert, nun verdrängen die Server schon die Papiermaschinen. Das mag ihnen vorkommen wie eine »schöne, neue Welt«!


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