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Medien-Trendmonitor ist online: Social Media in Redaktionen – Paid Content – Abkehr junger Leser

news aktuell GmbH,ein Unternehmen der dpa-Gruppe, hat per Internetbefragung zwischen 1. und 15. März 2.682 Journalisten über »Journalismus in einem neuen Informationszeitalter« befragt und kommt zu erstaunlichen Ergebnissen:

Mehr als jeder zweite Journalist setzt mittlerweile bei der redaktionellen Arbeit auf Social Media. Nur ein Viertel sieht gute Chancen für wirtschaftlich erfolgreiche Paid Content Modelle. Die größte Herausforderung für heutige Medienmacher ist die Abkehr der jungen Generation vom Qualitätsjournalismus. Das ergab die Umfrage “Medien-Trendmonitor 2010 – Journalismus in einem neuen Informationszeitalter? der dpa-Tochter news aktuell und Faktenkontor. Knapp 2.700 Journalisten haben sich an der Untersuchung beteiligt.

Social Media habe sich als tägliches Arbeitstool etabliert

55% der Journalisten attestieren Social Media eine hohe bis sehr hohe Relevanz für die redaktionelle Arbeit. Trotzdem schreibt ein Drittel der Redaktionen Twitter, Facebook & Co eine geringe  bis gar keine Bedeutung zu. Insbesondere der journalistischen Nachwuchs und Online-Redakteure stehen zu Social Media.  Am meisten, so die Studie »setzen die deutschen Journalisten auf YouTube (38 Prozent), knapp dahinter folgen mit je 37 Prozent XING und Facebook. Twitter ist überraschenderweise nicht unter den Top Drei […] Redakteure, die für Online und Multimedia arbeiten, setzen sich spürbar vom Durchschnitt ab. Sie arbeiten am meisten mit Twitter (56 Prozent). Auf den weiteren Plätzen folgen bei dieser Gruppe Facebook mit 52 Prozent und XING mit 49 Prozent.«

Zweifel an Paid Content

Dreiviertel der befragten Journalisten bezweifeln, dass Medienhäuser mit Paid Content nachhaltige Umsätze generieren werden. Ein Grund sei dei verbreitete »Umsonst-Mentalität im Web«, aber auch die Sorge, dass Nutzer eher auf Gratisangebote wechselten. Redakteuren von Online-Redaktionen und Nachrichtenagenturen sehen die größten Probleme »eher bei der technisch noch unausgereiften Abwicklung von Paid Content Modellen«.

Abkehr junger Menschen größtes Problem des Journalismus

Die größte Herausforderung für die Medienmacher sei heute der Umgang mit den jungen Leserschichten. Besonders betroffen fühlten sich Rundfunkanbieter (53 Prozent).

Weitere Ergebnisse

  • 48 Prozent der deutschen Journalisten glauben von sich, dass sie für die digitale Zukunft gut gerüstet sind. 14 Prozent sagen sogar sehr gut.
  • 23 Prozent sagen, dass auch die deutschen Verlage und Medienunternehmen für die digitale Zukunft gut gerüstet sind.
  • 67 Prozent meinen, dass im Jahre 2020 zahlreiche heutige Tageszeitungen nicht mehr erscheinen werden.
  • 34 Prozent prognostizieren, dass journalistische Produkte im Jahre 2020 für den Leser deutlich teurer sein werden.
  • 72 Prozent sagen, dass Google für die Krise der Medienunternehmen nicht verantwortlich ist.
  • 19 Prozent der Journalisten nutzen ein iPhone, neun Prozent einen Blackberry, 55 Prozent überhaupt kein Smartphone.
  • 38 Prozent setzen bei der Recherche Internet-Videos ein, um sich ein Bild von Personen zu machen. 34 Prozent verfolgen Events oder Pressekonferenzen, 31 Prozent wollen im Original sehen, was Menschen zu bestimmten Themen zu sagen haben.
  • 45 Prozent finden, dass sich das Verhältnis von Pressesprechern und Journalisten verbessert hat.
  • 61 Prozent halten es für die wichtigste Fähigkeit, in Zukunft parallel für Print, Web, SMS und Mobil zu arbeiten. Weit dahinter rangiert an zweiter Stelle mit 37 Prozent die Beherrschung des journalistischen Handwerks.
  • 43 Prozent sagen, dass ihr Bruttogehalt im Verlauf des letzten Jahres gleich geblieben ist. 37 Prozent berichten von einer Steigerung von bis zu zehn Prozent. Sieben Prozent von sinkenden Bezügen um bis zu zehn Prozent.
  • 62 Prozent der deutschen Medienmacher würden ohne zu zweifeln erneut die journalistische Laufbahn einschlagen.

Nachstehend der Berichtsband als Slidesharepräsentation:

Medien-Trendmonitor 2010 (Berichtsband)

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