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Unternehmenskommunikation bei o2 schwächelt

Zuerst: Das Aus für das Endkundenmagazin

Jedes Jahr werden die Preisträger der besten Unternehmenskommunikation gekürt. o2 gehörte bei den BCP-Awards des Forum Corporate Publishing, bei dem »Best of Corporate Publishing« ausgelobt wird, regelmäßigu den großen Abräumern. So zum Beispiel 2006 mit der Endkundenmagazin cando, realisiert durch BurdaYukom Publishing GmbH.

2008 stand das Magazin erneut auf dem Treppchen. Nun als interaktives Magazin unter der Federführung von Plan.Net. Im Sommer 2009 setzte sich schließlich die Münchner Agentur ABW in einem Pitch durch. »E-Magazine der Zukunft bewegen sich immer mehr zwischen Microsite und TV. Durch hochwertigen,multimedial aufbereiteten Content haben sie schon heute nichts mehr mit den ‚blätterbaren Vorgängern‘ dieser Spezies zu tun“, so Klaus Ehrl, der Geschäftsführer der verantwortlichen Agentur, für die das Endkundewebzine 2010 erneut eine der begehrten Auszeichnung des Corporate Publishing Verbandes erhielten.

Das Magazin erhielt in der Kategorie »Digital Media« Gold uns ist damit das beste E-Magazin im deutschsprachigen Raum.

Ist? Nein, war!, so muss es korrekt heißen. Denn obwohl das Publikationsprojekt für die Jury »das E-Magazin der Zukunft« ist und die »multimediale Umsetzung sowie der unterhaltsame und gleichzeitig informative Ansatz […] immer auf die Zielgruppe zugeschnitten« sind, wurde es etwa zeitgleich eingestellt. Und die prämierte Seite abgeschaltet.

Warum? werden Sie fragen. Wir wissen es nicht. Wir können nur darüber spekulieren. Einsparmaßnahmen? Möglicherweise mag der Endkunde nicht mehr im Fokus der unternehmerischen Kommunikation stehen?

XING, Twitter & Co.: o2 goes Social Media oder besser: o2 tries Social Marketing

Etwa zur gleichen Zeit launcht o2 eine XING Enterprise Gruppe. Ziel der Gruppe sei es, »o2 Business-Kunden, -Mitarbeiter, -Händler und -Fans in einer Gruppe zu vereinen«. Die Mitglieder erhielten »regelmäßig Neuigkeiten aus der o2 Business-Welt«, könnten »sich mit anderen o2 Business-Freunden austauschen«, bekämen »Tips und Tricks […] und Zugang zu […] exklusiven Business-Events«, so entnehmen wir der Gruppenbeschreibung. Ein guter Schritt und guter Invest in eine integrierte Unternehmenskommunikation. Aber adressiert werden hier eindeutig die Businesskunden des Unternehmens, nicht die Endkunden.

Die Gruppe ist jung, gerade eine Woche alt. Und zählt heute 360 Mitglieder. Moderiert wird sie u.a. von Evelyn Hauptkorn (Online Marketing Manager) und Florian Inderst (Leiter Marketing Service). Das macht uns stutzig. Marketing und Social Network? Das passt irgendwie nicht zusammen. Aber sehen wir uns die anderen Aktivitäten an:

Businesskunden können zudem dem Twitteracount des Unternehmens folgen. 1.120 Following, 1.529 Followers, 823 Tweets und 68 fach gelistet. In der »Biografie« des Accounts erfahren wir, dass das »der o2 Twitter Account für Geschäftskunden« ist. »Florian I.(FI) und Eveline H.(EH) freuen sich auf gute Dialoge (Mo-Fr). Auch unter: www.o2business.xing.com«.

Hoppla? Schon wieder? Marketing macht Social Media? Da sollte doch eigentlich die Unternehmenskommunikation zuständig sein?

Und auf facebook? Seit 22. April 2010 gibt es »die offizielle o2Business Facebook-Seite« Und die Überraschung ist nicht groß: »hier schreiben Eveline und Olaf.« Möglicherweise Olaf Westerheide, ein Co-Moderator der XING-Gruppe, seines Zeichens Senior Marketing Manager. 197 Mitgliedern gefällt das.

Elements: das »neue« Magazin für Geschäftskunden von 02

Ein kurzes Zwischenfazit: Das Endkundenmagazin wurde zunächst virtuell, dann eingestellt, Social Media Kanäle (ich erspare Ihnen Ihnen den Bericht  von der o2 World auf facebook) werden vom Marketing beschickt. Und heute finde ich das neue elements in der Post.

Ich mache es kurz: Früher war die Publikation ein Kundenmagazin, heute präsentiert es sich als Salesfolder. Weniger ist nun doch oft weniger. Und das liegt nicht daran, dass hier eine andere Redaktion tätig wäre: Das Amt ist langjähriger Partner des Unternehmens, trug auch schon Lorbeeren für das Engagement für o2 bei den Corporate Publishing Awards davon.

Nach fünf Jahren und sechzehn Ausgaben und vielen Auszeichnungen, so entnehmen wir dem Editorial, sei es Zeit »die Veränderungen des Marktes und […] die konstruktiven Anregungen (der) Leser« zum Anlass zu nehmen, elements grundlegend zu überarbeiten, so Johannes Pruchnow, Managing Director Business & Wholesales Services(!) im Editorial. Moderner, häufiger, Sales orientierter, so wolle sich das schlanke Heftchen »prägnant, schnell konsumierbar und kompakt auf 20 Seiten« präsentieren.

Wir zählen nach: 4 Seiten Umschlag, davon 2 vollflächige Werbung, Titel und Inhaltsverzeichnis. 16 Seiten Inhalt. Nach dem Editorial eine Rubrik Tipps & Trends mit o2-Services, dann ein kurzes Interview, erneut eine halbe Seite o2-Angebote. Dann eine Doppelseite Handys im Test, kurz später der Marktplatz mit Produkten und dem einer Doppelseite zum o2-Surfstick. Dann wird der Netzausbau von o2 gefeiert und ein Vertriebspartner vorgestellt. Noch schnell eine ganzseitige Anzeige und ein kleines Gewinnspiel. Schließlich noch der Vorstand über o2-Erfolge und das war’s mit der Kundenkommunikation. Wir identifizieren auf den 20 Seiten 2 Artikel (3 Seiten), die nur im weiteren Sinne mit o2 (Portrait eines preigekrönten Softwareherstellers und das redaktionelle Filetstück des Heftchens über »erweiterte computergestützte Welten auf den Screens mobiler Endgeräte» von Nils Jacobsen) in Verbindung gebracht werden können.

elements hätte gerne die Meinungen der Leser abgeholt und winkt mit Gewinnspielchen. Ich winke ab. Meinen Glauben an gute Unternehmenskommunikation habe ich verloren. Und sollte o2 ob dieser Maßnahmen Kunden verlieren, macht das nicht  so viel aus, wie uns die Anzeige auf U3 und U4 suggeriert. Dort steht eine Limoflasche auf o2-blauem Grund. Daneben die beruhigende Botschaft: »Bionade telefoniert mit o2«! Na, dann Prost! »Auf eine erfrischende Verbindung«


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