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Wie erklärt man Software?

Ich bin Experte für Marketing & Kommunikation. Das behaupte ich zumindest vollmundig. Aber was mir da so schnell und leichtfertig über die Lippen kommt, ist oft gar kein Leichtes. Und zwar, wenn es nicht mit Methodenkompetenz getan ist, sondern sich der »Experte« als Übersetzer verdienen muss. Als Übersetzer zwischen Angebot und Nachfrage, zwischen Anbieter und Kunden. Oft zwischen Kulturen oder gar Welten. Da prallen unterschiedliche Sprachräume aufeinander. Kundensprech hier, Innovationsgedöns dort, leichtfüßige Marketingbotschaften hier und schwere Technologiesyntax dort.

Aber ich will nicht klagen. Meist ist das eine spannende Herausforderung und zu bewältigen ist sie auch. Meist …

Unlängst trat einer meiner Mandanten mit einer interessanten Idee an mich heran. Ein Baumarkt warb mit einer kleinen animierten Präsentation für seine Produkte und Services. Ein kleiner Spot für Schnitzeljäger und Papiertiger. Nicht unbedingt gut, aber schlüssig. Ob das nicht eine Herangehensweise wäre, um die komplexe Software aus dem eigenen Hause zu erklären? In so einem kleinen und knackigen Zweiminüter. Freilich, hier geht es um Software und nicht um Bretterzuschnitt und Lieferservice. Da müssten erst einmal gängige Begriffe erläutert, die Software in ihren Modulen vorgestellt und ihrer Funktionsweise erklärt werden. Dann wolle man noch die richtigen Zielgruppen adressieren, ja, und ein kleiner Ausblick täte noch Not. Wie es zum Beispiel um die Zukunft der Informationsgesellschaft bestellt sei. So in den nächsten 15- 20 Jahren …

Um eines vorwegzunehmen: Das konnte kein Zweiminüter werden. Das Storyboard musste aus wenigstens 4 Teilen (oder 10 Antworten auf brennende Fragen) bestehen:

  1. Wie sind Informationen beschaffen? Und wie wird Information manuell und analog organisiert?
  2. Wie kann hier die Software unterstützend wirken? Welche Module gibt es? Was leisten sie?
  3. Wie einfach und effizient kann das Arbeiten mit der Software sein?  Wie können Feedback und Nutzerreaktionen aggregiert werden? Und lassen sich daraus neue Geschäftsmodelle ableiten?
  4. Wie sieht die Zukunft der Informationsvermittlung aus? Was ist Kontextualität? Wie werden wir zukünftig miteinander kommunizieren und interagieren?

Unlösbar? Keineswegs. Aber das ist dem engagierten Team, dem experimentierfreudigen und innovativen Mandanten, einem leidenschaftlichen Illustrator und der Beharrlichkeit sowie Detailliebe aller Beteiligten zu verdanken. Aber seht selbst:


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